
Vom Optea zum RIEGIL: Wie die optimarl eSG Wirtschaft kreativ lernbar macht
An der optimarl eSG am Gymnasium im Loekamp in Marl wird Wirtschaft nicht nur besprochen, sondern gestaltet: mit eigenen Produkten, klaren Verantwortlichkeiten und viel Teamarbeit. Die Schülergenossenschaft zeigt, wie aus einer guten Idee ein lebendiges Schulprojekt wird, das Wirtschaftskompetenz, Nachhaltigkeit und Mitbestimmung ganz praktisch erfahrbar macht.
Lernen am eigenen Produkt
Gegründet wurde die optimarl eSG im Februar 2025. Seitdem hat sich das Projekt am Gymnasium im Loekamp in kurzer Zeit zu einem besonderen Lernort entwickelt, an dem Schülerinnen und Schüler wirtschaftliche Abläufe selbst planen, erproben und weiterentwickeln.
Ausgangspunkt war der selbst entwickelte Eistee „Optea“ – eine nachhaltige und industriezuckerfreie Alternative zu klassischen Softdrinks. An diesem Produkt lernen die Jugendlichen ganz konkret, wie Ideen entstehen, wie kalkuliert, produziert und vermarktet wird und wie wichtig Rückmeldungen für die Weiterentwicklung eines Angebots sind.

Kreative Namen, starke Identität
Besonders charmant ist, wie viel Eigenständigkeit schon in den Namen der Produkte steckt. „Optea“ verbindet den Produktcharakter mit dem Profil der Genossenschaft, und auch der neue Müsliriegel „RIEGIL“ zeigt, wie kreativ die Schülerinnen und Schüler ihre Ideen sprachlich und gestalterisch aufladen. So entsteht von Anfang an ein eigenes Profil, das zum Schulprojekt passt und Wiedererkennungswert schafft.
Diese kreative Handschrift zieht sich durch das gesamte Projekt. Die Jugendlichen entwickeln nicht nur ihre Produkte selbst, sondern gestalten auch Werbung, Etiketten, Flyer, Videos und Social-Media-Inhalte in Eigenregie. Gerade dadurch wird aus wirtschaftlichem Lernen ein umfassender Prozess, der Organisation, Gestaltung und Verantwortung miteinander verbindet.
Vom Pausenverkauf zur professionellen Abfüllung
Längst ist der Optea mehr als eine erste Produktidee. Inzwischen gibt es den Eistee in mehreren Sorten – darunter Zitrone, Ananas und Traube-Apfel beziehungsweise Traube. Die Sortimentsentwicklung zeigt, wie aufmerksam das Team auf Wünsche aus der Schulgemeinschaft reagiert und wie aus Feedback konkrete Weiterentwicklung wird.
Ein wichtiger nächster Schritt war die Anschaffung einer Kronkorkenmaschine. Damit kann die Genossenschaft ihren Eistee inzwischen in Glasflaschen abfüllen und professionell präsentieren. Für die Schülerinnen und Schüler bedeutet das: Sie setzen sich mit Investitionen, Produktionsschritten, Verpackung und Qualitätsfragen auseinander – und erleben Wirtschaft als praktischen Lernprozess.
Neue Lernfelder durch Catering und den RIEGIL
Die optimarl eSG ist inzwischen auch über den Eistee hinausgewachsen. Bei Schulveranstaltungen, Stadtfesten und weiteren Aktionen verkauft das Team selbstgemachte Snacks und Speisen und baut sein Catering-Angebot Schritt für Schritt aus. Mit jeder neuen Aufgabe wachsen auch die Lernchancen: planen, kalkulieren, abstimmen, verlässlich im Team arbeiten.
Besonders spannend ist das neue Produkt „RIEGIL“. Der Müsliriegel soll als nachhaltiger und zuckerärmerer Snack das Angebot in der Schulcafeteria sinnvoll ergänzen. Aktuell arbeitet die Genossenschaft an Rezeptur, Verpackungsdesign und Preiskalkulation – also genau an den Themen, die wirtschaftliches Denken mit Nachhaltigkeit und Alltagstauglichkeit verbinden.
Ein Schulprojekt mit Strahlkraft
Dass dieser Weg funktioniert, zeigt auch die Resonanz: Die optimarl eSG wurde bereits mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit „Marls Beste 2025“, dem 3. Platz beim Klimaschutzpreis 2025 und einer Top-25-Platzierung beim youstartN-Netzwerk der Stiftung Bildung. Auch die Teilnahme am Bundesfinale in Berlin war für das Team ein besonderer Meilenstein.
Heute zählt die Schülergenossenschaft über 150 Mitglieder und bindet bereits neue Jahrgangsstufen ein. Genau darin liegt ihre Stärke: optimarl ist kein kurzfristiges Projekt, sondern ein Lernort mit Zukunft – getragen von Ideenreichtum, Teamgeist und der Erfahrung, dass wirtschaftliches Lernen besonders dann gelingt, wenn junge Menschen selbst gestalten dürfen.