Erfolgreiche Gründungsberatung für Schülergenossenschaften in Rheinland-Pfalz

 

Erfolgreiche Gründungsberatung für Schülergenossenschaften in Rheinland-Pfalz

Ob Mensa, Schülerzeitung oder Imkerei – vieles lässt sich von Schülerinnen und Schülern als Genossenschaft managen. Wie das genau geht, erfuhren Interessierte bei der Gründungsberatung für Schülergenossenschaften im Pädagogischen Institut in Bad Kreuznach.

Lehrer, Genossenschafts­vertreter und Experten des Bildungs­ministeriums Rheinland-Pfalz informierten sich am gestrigen Donnerstag in Bad Kreuznach über Projektstruktur und -ablauf von Schülergenossenschaften. Die Teilnehmer merkten dabei schnell: Das Konzept vereint viele Möglichkeiten, um Schülern einen ausführlichen Einblick in die Berufswelt zu geben und dabei durch den Genossenschaftsgedanken ein hohes Gemeinschaftsgefühl zu erzeugen. Gemeinsam eingeladen zu dieser Veranstaltung hatten Genossenschaftsverband e.V., Rheinisch-Westfälischer Genossenschaftsverband e.V. (RWGV) und der Westdeutsche Handwerkskammertag (WHKT), die Schülergenossenschaften in Rheinland-Pfalz stärker fördern wollen.

„Das Ziel ist, dass die Schüler die Ideen entwickeln und die Schülergenossenschaft entsprechend mit Leben füllen“, erklärte Pädagoge Volker Beckmann den Teilnehmern. Um die Motivation zu steigern und Umsetzungsmöglichkeiten zu zeigen, waren Schüler und Lehrer der Integrierten Gesamtschule Salmtal zu Gast. Mehr als 40 Schülerinnen und Schüler sind dort Mitglied in der Schülergenossenschaft und arbeiten in vier verschiedenen Abteilungen an Möbeln, Kissen, Kerzen oder Geburtstagskarten, wobei sie sich auch um Einkauf, Buchhaltung und Vertrieb kümmern. Die Schüler Emilia Satz und Max Ternes erklärten den anwesenden Erwachsenen, wie gut das geht. Lehrer Matthias Wendling ergänzte, dass alle Abteilungen gut wirtschaften und im Plus liegen. Dabei stehen ihnen neben Lehrern auch Ansprechpartner aus der örtlichen Vereinigten Volksbank Raiffeisenbank zur Seite. Sie ist die Partnergenossenschaft, die neben finanzieller Förderung vor allem auch ideelle Förderung leistet.

Dieses Tandem aus Schülergenossenschaft und „großer“ Genossenschaft ist eines der Erfolgsfaktoren des Projekts Schülergenossenschaften: Genossenschaften wie Volksbanken Raiffeisenbanken, Dienstleistungsgenossenschaften oder Warengenossenschaften stehen den Schülern mit Rat und Tat zur Seite. Zudem sorgen sie durch ihre finanzielle Unterstützung dafür, dass die fachliche Begleitung, Qualifizierung und Vernetzung sowie Prüfung gewährleistet wird.

Am Ende des Veranstaltungstages in Bad Kreuznach bildeten sich bereits zwei konkrete Projekte heraus: Eine Schule plant zusammen mit einer Volksbank eine Schülergenossenschaft, die in zwei Abteilungen eine Imkerei und die Schülerzeitung betreiben. Eine zweite möchte die Schulmensa entsprechend organisieren. Bei einem Praxisworkshop am 23. Juni erfahren sie zusammen mit weiteren Schulen und Genossenschaften, die sich als Partner gefunden haben, wie die Umsetzung konkret funktioniert.

Autor: Marcell Haag, Genossenschaftsverband