Wie gründe ich eine Schülergenossenschaft?

Voraussetzungen

Voraussetzung für die Gründung einer Schülergenossenschaft ist der Abschluss einer verbindlichen Partnerschaft zwischen einer (echten) Genossenschaft und einer Schule. Dies kann entweder eine Kreditgenossenschaft (Volks- oder Raiffeisenbank), gewerbliche oder landwirtschaftliche Genossenschaft sein.

Das Interesse kann sowohl von der Genossenschaft ausgehen als auch über die Schule an die Genossenschaft herangetragen werden. Die Anmeldung zum Projekt erfolgt durch die Genossenschaft. Hierfür wird eine Kooperationsvereinbarung zwischen Genossenschaft und dem zuständigen Genossenschaftsverband geschlossen. 

Vorab können sich beide Partner im Rahmen einer Gründungsberatung über Teilnahmevoraussetzungen, Rahmenbedingungen, sowie die konkreten Umsetzungsschritte informieren. Neben individuellen Gesprächen werden hierfür auch immer wieder spezielle Informationsveranstaltungen angeboten, die darüber hinaus die Gelegenheit bieten, sich mit weiteren Interessenten, sowie bestehenden Projektteilnehmern auszutauschen. Informationen zu aktuellen Terminen können der Rubrik „Veranstaltungen“ entnommen werden.

Gründungsvorbereitung

Zur Vorbereitung des Gründungsprozesses nehmen die ausgewählten Ansprechpartner von Schule und Partnergenossenschaft gemeinsam an einem vorbereitenden Workshop teil. Hier wird der Grundstein für die weitere Zusammenarbeit gelegt und sich aktiv mit den ersten Schritten des Projektes und den dazugehörigen Unterstützungsangeboten auseinandergesetzt. Anschließend geht es in die konkrete Gründungsvorbereitung, die von den SchülerInnen selbst durchgeführt und durch die Partnergenossenschaft unterstützt wird. Hierfür stehen jeder Schülergenossenschaft umfangreiche Materialien, passgenaue Ansprechpartner und die Partnergenossenschaft vor Ort als Unterstützung zur Verfügung.

Die Dauer der Gründungsphase ist bei jeder Schülergenossenschaft individuell und variiert zwischen sechs Wochen und rund drei Monaten.

Gründung und Geschäftsbetrieb

Nach Abschluss aller Vorbereitungen kann die Gründungsversammlung einberufen werden. Sie liefert den Startschuss für den Geschäftsbetrieb. Um als offiziell anerkannte (Schüler-)genossenschaft zu gelten, müssen im Anschluss an die Gründungsversammlung noch sämtliche Unterlagen zur Eintragung in das Register an den prüfenden Genossenschaftsverband geschickt werden.

Dieser sorgt auch dafür, dass jede Schülergenossenschaft jährlich geprüft wird. Genau wie bei einer echten Genossenschaft wird überprüft, ob die Genossenschaft gemäß ihrer Satzung und Ziele handelt und wirtschaftlich agiert.

Insgesamt ist jede Schülergenossenschaft auf mindestens drei Jahre angelegt. Nach Ablauf dieses Zeitrahmens entscheiden Partnergenossenschaft und Schule gemeinsam über die weitere Verlängerung.

Anmeldung

Aktuell wird das Projekt unter Beteiligung der Genossenschaftsverbände in den Bundesländern Baden-Württemberg, Niedersachsen, NRW und Rheinland-Pfalz umgesetzt. Die Umsetzung des Projektes in weiteren Bundesländern ist derzeit noch in Planung. Genossenschaften, sowie Schulen, die Interesse daran haben, eine Schülergenossenschaft zu gründen, werden gebeten sich an den für das jeweilige Bundesland zuständigen Ansprechpartner des Verbandes zu wenden.

Ein Einstieg in das Projekt ist ganzjährig möglich. Aufgrund der Einbettung in den Schulkontext empfiehlt es sich im Falle einer jahrgangsinternen Durchführung das Geschäftsjahr jeweils vor den Sommerferien abzuschließen. Für das erste Geschäftsjahr empfiehlt sich daher mit den konkreten Gründungsvorbereitungen spätestens zum Beginn des zweiten Schulhalbjahres zu beginnen. Der Abschluss der Partnerschaft, sowie die Erklärung zur Projektteilnahme erfolgt im Vorfeld.