Niedersachsen

Die Idee der Schülergenossenschaften entstand in Niedersachsen. Hier entwickelten das Kultusministerium zusammen mit dem Genossenschaftsverband - Verband der Regionen e.V. (GV) und dem Genossenschaftsverband Weser-Ems e.V. (GVWE) im Jahr 2006 das Modell der „Nachhaltigen Schülergenossenschaften“.

Im Rahmen eines zweijährigen Pilotprojektes wurden zunächst elf Schülergenossenschaften betreut. Im Jahr 2011 folgte dann die Weiterentwicklung und Umsetzung des Projektes in Nordrhein-Westfalen beim dortigen RWGV sowie in den Jahren 2014 in Baden-Württemberg beim BWGV und in 2016 in Rheinland-Pfalz unter dem gemeinsamen Dach des GV und des RWGV.

Einen besonderen pädagogischen Nutzen bieten die Schülergenossenschaften durch eine Fokussierung auf die Nachhaltigkeitskriterien „sozial, ökologisch und wirtschaftlich“. Zudem unterscheiden sie sich zu anderen Schülerfirmen durch die jährliche Prüfung der Geschäftsunterlagen und –tätigkeit durch die Prüfer der Genossenschaftsverbände. Unterstützt werden die Schülergenossenschaften hierbei durch ihre Partner-/Patenschaft zu einer Real-Genossenschaft wie etwa einer Volksbank Raiffeisenbank oder einer Raiffeisengenossenschaft vor Ort.

Inzwischen wurde das modellhafte Lernen für alle Schulformen wissenschaftlich evaluiert. Aufgrund der positiven Resonanz sowohl von Schulen, der beteiligten Wirtschaft und dem Kultusministerium konnte das Projekt zudem auf derzeit rund 70 Schülergenossenschaften ausgeweitet und bis Ende 2017 verlängert werden. Aktuell arbeiten alle Projektbeteiligten an einer Fortführung des Projektes um weitere vier Jahre bis Ende 2021 sowie eine weitere Ausweitung auf dann rund 90 Schülergenossenschaften.

Das Projekt bindet ganz praktisch die SchülerInnen als MitarbeiterInnen, Vorstände und Aufsichtsräte in die operative und strategische Arbeit der Schülergenossenschaft ein. Es bietet ihnen damit ein Lernfeld, das ihnen in der Wissens- und Kompetenzausweitung hilft und sie später zu begehrten Arbeitnehmern auf dem Arbeitsmarkt macht. Die Auszeichnung der Nachhaltigen Schülergenossenschaften als „Offizielles Projekt der UN-Weltdekade Bildung für nachhaltige Entwicklung“ der UNESCO in den Jahren 2008 und 2012 belegt die wertvolle pädagogische Wirkung auf die Persönlichkeit der beteiligten SchülerInnen.

Das Projekt der Schülergenossenschaften hat in Politik, Wirtschaft, Gesellschaft und Medien längst eine hohe Anerkennung erfahren. Dies unterstreicht auch die jüngst erfolgte Proklamation der Genossenschaftsidee zum Immateriellen Welterbe der Menschheit durch die UNESCO. Hierbei macht die UN deutlich, dass Genossenschaften gerade in Schwellen- und Entwicklungsländern eine große Bedeutung haben. Sie tragen zur Entwicklung der Wirtschaft und Gesellschaft hin zu wirtschaftlichen Entwicklungschancen, demokratischem Verständnis und einer Selbsthilfekultur bei und verbessern die dortigen sozio-ökonomischen Verhältnisse. Positive Folgen hieraus sind die Zunahmen von Frieden und Wohlstand sowie eine Reduzierung von Migrationsursachen.

Schließlich wirft auch der bevorstehende 200. Geburtstag des Genossenschaftspioniers und Sozialreformers Friedrich Wilhelm Raiffeisen am 30. März 2018 weitreichenden Schatten voraus. Geplant sind diverse Veranstaltungen auf Regional- und Bundesebene.

Seit Projektbeginn im Jahre 2006 haben ca. 7.000 SchülerInnen in Niedersachsen von dem Projekt der Nachhaltigen Schülergenossenschaften profitieren können.

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